4. April 2019

5G-Mobilfunk versus WiFi-6-WLAN

Mit jeder neuen Mobilfunk-Generation stellt sich erneut die Frage: Wird WiFi nun endgültig überflüssig? Nein, ganz im Gegenteil! Und wir sagen Ihnen auch warum!

Seit 19. März 2019 werden auch in Deutschland die nötigen Frequenzen für die fünfte Generation des Mobilfunks an die künftigen 5G-Netzbetreiber versteigert: Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH, Vodafone GmbH und – ganz neu dabei – Drillisch Netz AG.

Ohne eine landesweite 5G-Versorgung aller Straßen und Autobahnen sind gerade Zukunftstechniken wie autonomes Fahren von Autos, Bussen und LKWs, aber auch autonomes Fliegen von Liefer-Drohnen oder Flug-Taxen, kaum vorstellbar.

Für den Aufbau der deutschen 5G-Netze werden „420 MHz aus den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz versteigert“, so die Mainzer Bundesnetzagentur. Zum Vergleich: WLAN-11ax funkt im 2,4- und im 5-GHz-Band, künftig auch im 6-GHz-Band. Mobilfunk-Frequenzen kosten Milliarden Euro, bevor das Netz überhaupt ausgebaut werden kann. WLAN-Frequenzen dagegen stehen kostenlos zur Verfügung, und zwar nicht nur für wenige Netzbetreiber, sondern für alle großen, mittleren und kleinen Firmen, Behörden, Schulen, Unis, Krankenhäuser, Gewerbetreibende, Freiberufler und sogar für ganz viele private WLAN-User.

Überfüllte Netze bei 4G und WLAN-11ac

Das hat Folgen: Die Netze sind überfüllt! Das enorme Wachstum mobiler und stationärer Funk-Endgeräte wie Laptops, Tablets, Smartphones und IoT-Sensoren, aber auch mobiler und stationärer Funk-Anwendungen, von Email über Conferencing und Social Media bis hin zur Mess-Daten-Übertragung, führt schon seit Jahren zu einer wahren Datenexplosion. Damit sind viele Mobilfunk-, aber auch viele WLAN-Netze, immer öfter am Limit ihrer Leistungsfähigkeit. Dieses Überlastungs-Problem wollen die Mobilfunker durch mehr 4G und künftig 5G lösen. Die WLAN-Befürworter dagegen setzen auf Wi-Fi 5 alias 11ac und seit kurzem auch auf Wi-Fi 6 alias 11ax.

 

Axel Simon  (Bildquelle: Aruba)

 

Axel Simon, Chief Technologist bei Aruba: „Die Aruba Access Points der neuesten Generation sind die Universal-Technologie für die Anbindung jeglicher Endgeräte durch die Bereitstellung von Wi-Fi 6, Bluetooth Low Energy, Zigbee und weiteren Funkprotokollen. Diese Vielfalt wird es in 5G auf lange Sicht nicht geben“.

 

 

 

5G braucht mehr Antennen als 4G-LTE

Der kommende 5G-Mobilfunk verspricht sehr viel: 10 Gbps-schnelles Internet auf jedes Handy für Ultra-HD und 360-Grad-Live-Videos. Dazu 100 Milliarden IoT-Verbindungen weltweit für Low-Cost-Sensoren mit 10-Jahres-Batterien. Und ganz wichtig: Extrem zuverlässige 5G-Kanäle für Sicherheits- und Business-kritische Industrie-Roboter, Medizin-Geräte, Drohnen, Flug-Taxen, High-Speed-Züge, selbstfahrende Autos, Busse, Bahnen. Diese und weitere 5G-Ziele sind schon seit 2014 bekannt.

 

Bildquelle: Huawei, 2014

5G soll 10 Gbps auf jedes Endgerät bringen und 100 Milliarden Mobilfunk-Connections gleichzeitig ermöglichen. Dazu müssten die Telcos aber viel mehr Antennen als bei LTE aufstellen und ein gewaltiges Frequenz-Spektrum von 300 MHz bis zu 300 GHz nutzen dürfen.

 

 

 

Das digitale 5G-Paradies kommt aber nicht auf einen Schlag. Erst nach Abschluss der Versteigerung können die heimischen 5G-Netzbetreiber beginnen, ihre landesweiten 5G-Netze auszurollen. Das kostet nochmals zig Milliarden und wird Jahre dauern. 2019 sollen auch schicke 5G-Handys für private Nutzer auf den Markt kommen. Wohl dem, der dann schon ein finales 5G-Netz an seinen bevorzugten Standorten vorfindet.

5G kommt, Wi-Fi 6 ist schon da

5G verspricht Datenraten und Reaktionszeiten, die Wi-Fi 6 alias 802.11ax schon seit Ende 2018 liefern kann, wie etwa Aruba. Mit einem großen Unterschied: Der öffentliche Mobilfunk steht fest unter der Kontrolle einiger weniger Netzbetreiber. Enterprise-WLAN steht dagegen fest unter der Kontrolle der jeweiligen Anwender-Firmen und ihrer internen oder externen System-Integratoren.

Rein technisch haben 5G und Wi-Fi 6 jedoch große Ähnlichkeiten. Dazu Axel Simon, Chief Technologist bei Aruba: „Zunächst ist es so, dass 5G und 802.11ax bzw. Wi-Fi 6 die gleichen oder zumindest vergleichbare Technologien nutzen bezüglich der Kodierung für hohe Bandbreiten und Unterteilung in Subträgerfrequenzen. So wird das Band auf viele Endgeräte verteilt (Stichwort IoT) und vor allem im WLAN zur besseren Ausnutzung der Kanalbandbreite und der fairen Verteilung existieren. Damit bieten sich beide Technologien grundsätzlich für die aktuellen Anforderungen an mobile Netze an. Die Aruba Access Points der neuesten Generation sind jedoch die Universal-Technologie für die Anbindung jeglicher Endgeräte durch die Bereitstellung von Wi-Fi 6, Bluetooth Low Energy, Zigbee und weiteren Funkprotokollen. Diese Vielfalt wird es in 5G auf lange Sicht nicht geben,“ sagt der Aruba-Chefdenker.

WiFi für Inhouse – 5G für Outdoor

Viel wichtiger sei jedoch der Aspekt, dass „5G zwar einen Backbone in der Fläche mit sich bringen wird, aber vermutlich nicht den flächendeckenden 5G-Access“, so Axel Simon: „Die zwei entscheidenden Gesichtspunkte sind hier der ländliche Raum (inklusive der Frage, ob sich dies überhaupt lohnt) sowie das Gebäudeinnere, das von außen nicht ausreichend auszuleuchten ist. Ich glaube nach wie vor nicht an die Inhouse-Mobilfunkausleuchtung – dieses Versprechen hat bereits LTE nicht eingelöst.“

Roaming von 5G ins Aruba-WLAN

Auch hier „werden die Lösungen von Aruba interessant“, sagt Simon: „Ein denkbarer Weg könnte sein, die Aruba-WLANs technologisch so zu ergänzen, dass ein Inhouse-WLAN an einen Provider 5G-Backbone angebunden werden kann und somit WiFi die Ausleuchtungslücken Inhouse schließt. Dabei wird dieses so gestaltet, dass ein 5G Kunde ein Roaming zu Aruba-WLANs bekommt. Dieser Weg ist allerdings weder wirklich neu noch 5G-spezifisch. Zudem obliegt es dem Kunden, seine Verträge zu gestalten und damit auch zu entscheiden, ob er die Datenhoheit behalten möchte oder diese an einen Provider abgeben möchte. Stand heute können Wi-Fi 6-Netze bereits ausgerollt werden, während es für 5G lediglich Testfrequenzbänder gibt“.

Überhöhte Wahrnehmung von 5G

Simon stellt ganz richtig fest, dass es „in Deutschland derzeit eine überhöhte Wahrnehmung der Möglichkeiten von 5G gibt. Allerdings haben schon 3G und 4G angekündigt, WLAN überflüssig zu machen und dieses Versprechen nicht eingelöst. Hier sind sowohl Politik als auch die Anbieter aufgefordert, realistisch zu argumentieren und nicht ein Strohfeuer zu entfachen. Am Ende ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich ähnlich gestaltet, wie in der Vergangenheit:  Mobilfunk wird im Außenbereich eine große Rolle spielen, wohingegen WLAN seine Rolle sowohl Inhouse als auch in hochfrequentierten Umgebungen ausbauen wird – da es ja hier nicht nur auf Konnektivität, sondern auch auf die lokationsbasierten Dienste ankommt“.

5G und Wi-Fi 6 werden sich ergänzen

Die wichtigste Frage sei aber: „Wer behält die Datenhoheit, um Dienste für den Anwender zu gestalten? Aufgrund der hohen technischen Ähnlichkeit von 5G und Wi-Fi 6 wird die Ergänzung beider Technologien der Schlüssel für den Anwender sein – nicht eine überzogene Polemik der Politik, in der Hoffnung, das Bandbreitenthema in Deutschland in der Fläche durch Dritte gelöst zu bekommen.“

 

Quelle Betragsbild: Image by mohamed Hassan from Pixabay

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